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TÜV SÜD: GROSS UND SPORTLICH? GEHT AUCH BEIM ELEKTROAUTO

27. Juli 2022

„Dass E-Autos inzwischen Standard sind, zeigt sich auch auf dem Reifenmarkt“, sagt TÜV SÜD- Reifenexperte Michael Stamm und fügt hinzu: „Reine Reifen für E-Autos gibt es nur selten. E-Autofahrer möchten beim Reifenkauf auf die gesamte Palette zugreifen können.“ Das liegt auch an dem Spektrum der Fahrzeuge und den unterschiedlichen Fahrprofilen. Wer im E-Auto lange Strecken unterwegs ist, oder sogar mal schneller fahren will, der möchte selbst mit dem Stromer sportlich daherkommen. Der Markt stellt sich darauf ein: „Laufruhe, Stabilität und geringer Rollwiderstand stehen dementsprechend in jedem Lastenheft bei der Entwicklung neuer Reifen. Für den Einsatz in der Stadt dagegen eignen sich eher kleindimensionierte Reifen, um die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen.“

Beim Testfahrzeug setzt die auto-illustrierte mit einem BMW i4 hingegen auf sportlich. Beim Test im sommerlich heißen Mireval haben die Redakteure der auto-illustrierte verschiedene Reifen-Dimensionen im Visier. Darunter einen Low-Budget-Reifen der Marke Matador. Die Größen: in Mischbereifung mit Vorderachse 245/40 R19 / Hinterachse 255/40 R19 (Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 und Matador MP 47 Hectorra 3), sowie in 18 Zoll mit Vorderachse 245/45 R18 / Hinterachse 255/45 R18 ebenfalls Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 und als Basisbereifung in 17 Zoll, genauer in 225/55 R17 rundum bereift den Goodyear EfficientGrip Performance 2.

Vor allem beim Bremstest auf nasser Fahrbahn aus 80 Stundenkilometern zeigt der Reifen aus der Slowakei (Matador) deutliche Schwächen. Er bringt das Testfahrzeug erst nach 41,1 Metern zum Stehen. Zum Vergleich: 31,4 Meter der 18-er Goodyear, 31,5 Meter, der Goodyear in 19 Zoll. Der 17 Zöller braucht 37,8 Meter. Zur Veranschaulichung: Wenn das Auto auf dem 18-er Goodyear schon steht, ist es mit dem Matador noch mit 38,6 Sachen unterwegs.

Auch beim Trockenbremsen schneiden die Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 (18/19 Zoll) am besten ab. Von hundert auf null stehen sie bei 32,4 beziehungsweise 33 Metern. Der Matador braucht 35,2 Meter, beim 17 Zöller steht die BMW-Tachonadel nach 35,5 Metern auf null. Ähnliches Bild auf der nassen Kreisbahn – auch hier haben die beiden großen Goodyear die Nase vorn. Sie drehen die 42 Meter lange Runde mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 66,9 km/h (18 Zoll) und 67,4 km/h (19 Zoll). Deutlich langsamer fahren der 17 Zöller und der Matador im Kreis. 64,7 beziehungsweise 64 Stundenkilometer.

Anders sieht es beim Aquaplaning in etwa 8 mm tiefem Wasser aus. Hier zeigen der schmalere 17 Zöller und der Reifen aus Bratislava die besten Werte. Der Kleinere schwimmt bei 84,5 Sachen auf, der 18er Low-Budget-Reifen aus dem Hause Continental bei 83,9.

Bei allen weiteren Tests verfestigt sich der hintere Platz des Matador. Er ist in den Disziplinen Trocken- und Nasshandling wesentlich langsamer unterwegs und zeigt vor allem auch in Sachen Fahrstabilität deutlich weniger Performance. Und leider konnte die günstige Alternative auch beim Test im Prüflabor des TÜV SÜD nicht überzeugen. Beim gerade für E-Fahrzeuge so wichtigen Test des Rollwiderstands – als Indikator für den Energieverbrauch – landete er ebenfalls auf dem letzten Platz, was durchaus einige Kilometer in der Reichweite kostet.
 

KEINE KOMPROMISSE MACHEN

Fazit vom TÜV SÜD-Reifenfachmann Stamm: „Wer neue Reifen für sein Elektroauto braucht, sollte neben den allgemeinen Sicherheitsparametern ein besonderes Augenmerk auf Rollwiderstand und Laufruhe legen. Zudem besteht natürlich immer die Möglichkeit, wieder den vom Hersteller erstmontierten Reifen zu kaufen. Er ist in der Regel optimal für das Modell abgestimmt. „Es wäre spannend gewesen, auch einen OE-Reifen im Test zu haben“, so Stamm.

Das Testergebnis hat auch gezeigt, dass beim Reifenkauf für den Stromer keine Kompromisse gemacht werden sollten. Wenn besonders günstige Alternativprodukte bewegt werden – elektrisch oder anders – kann das durchaus auf Kosten der Sicherheit gehen.

Noch zwei Tipps vom Experten für mehr Nachhaltigkeit: „Die meisten fahren mit zu wenig Luftdruck. Das erhöht den Rollwiderstand, den Verschleiß und trägt zudem dazu bei, dass die Reichweite schrumpft. Moderne Gummimischungen sollen sicher, aber auch nachhaltig sein. Eine hohe Grundprofiltiefe suggeriert zwar eine längere Lebensdauer, entscheidend für die Umwelt ist jedoch das jeweilige Verschleißverhalten des Reifens und der entsprechend emittierte Abrieb.“

Die ausführlichen Ergebnisse des Reifentests stehen ab 29. Juli in der August-Ausgabe der auto-illustrierte sowie auf www.auto-illustrierte.ch.

TÜV SÜD betreibt in Garching bei München das größte unabhängige Reifen-/Räder-Labor seiner Art in Europa. Die Experten sind hier seit vielen Jahren der kompetente Partner der Reifen- und Fahrzeugindustrie, wenn es um Zertifizierungen, Tests und Entwicklungssupport an Reifen und Rädern geht.

RICHTIG PACKEN UND VERÄNDERTES FAHRVERHALTEN EINKALKULIEREN

26. Juli 2022

Koffer und Taschen empfiehlt Jürgen Lebherz nahe dem Schwerpunkt der Maschine zu platzieren. Grundsätzlich gehört Gewichtiges möglichst weit nach unten. Kritisch kann es werden, wenn zu viel Gewicht auf dem Hinterrad platziert und dadurch das Vorderrad entlastet wird und der Lenker zu flattern beginnt. Oft genügt es in solchen Fällen, einige Kilo mehr in den Tankrucksack statt ins Topcase zu verstauen.

Möglichst Gleichgewicht sollte zudem bei Seitenkoffern bestehen. „Utensilien wie Werkzeug oder Wasserflaschen werden am besten im Tankrucksack eingepackt, er ist überdies im Falle eines Sturzes der sicherste Platz für empfindliches Gepäck wie eine Fotoausrüstung“, nennt Lebherz eine weitere Packregel. Tankrucksäcke mit Magnetbefestigung sind praktisch – außer, das Motorrad besitzt einen Alu- oder Kunststofftank – sollten aber bei schwerer Beladung zusätzlich durch Riemen gesichert sein, rät er. Ohnehin muss Gepäck durch Spannriemen befestigt sein, damit nichts verrutscht und flattert. Ein gut gefüllter Tankrucksack darf keinesfalls den Lenkereinschlag und den Blick auf Instrumente und Kontrollleuchten beinträchtigen sowie Sicht und Bewegungsfreiheit nicht einschränken.

Was nicht direkt an oder auf der Maschine verstaut werden kann, landet oftmals im Rucksack und damit auf dem Rücken des Fahrers. „Doch schwere Rucksäcke entpuppen sich rasch als unangenehme Last und führen häufig zu einer unbequemen Sitzhaltung samt rascher Ermüdung“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken.

Unterwegs mit dem bepackten Bike muss man einkalkulieren, dass mit einer erhöhten Seitenwindempfindlichkeit beim Überholen seitlich mehr Sicherheitsabstand erforderlich ist und sich die Wheelie-Gefahr, also das Aufsteigen des Vorderrades beim vollen Beschleunigen, erhöht. Vorsicht beim Überholen: Die Wege werden länger. Dies gilt desgleichen für den Bremsweg, besonders auf kurvenreichen Passstraßen.

„Bevor es schließlich auf die große Fahrt geht, sollte man die Reifen auf Beschädigungen absuchen, den Reifenluftdruck prüfen und gegebenenfalls anpassen sowie Batterieladezustand, Ölstand und Kettenspannung und -schmierung überprüfen“, legt Lebherz Bikern ans Herz. Je nach Beladungszustand muss bei manchen Bikes die Druckstufe der Federbeine eingestellt werden. Die maximale Zuladung darf keinesfalls überschritten werden. „Die entsprechenden Angaben finden sich in der Zulassungsbescheinigung und sind unter Umständen durch Fahrer und Beifahrer schon ausgeschöpft. Ebenso die zulässigen Radlasten sollte man im Augenmerk haben. Hierzu am besten die Bedienungsanleitung konsultieren“, rät der TÜV SÜD-Experte.

MIT BEDACHT WIEDER AUF DAS BIKE

26. Juli 2022

„Optimal“, wirbt Lebherz, „und nicht nur für Wiedereinsteiger, sondern für alle Motorradfahrern, ist ein regelmäßiges Sicherheitstraining.“ Dabei geht es nicht nur um das Beherrschen der Maschine bei flotter Fahrt, sondern ebenso um Geschicklichkeit beim langsamen Dahinrollen auf engem Raum, etwa im Citygewühl.

Doch auch mental will der Wiederaufstieg auf ein Bike trainiert werden. Mit zunehmendem Alter sinkt naturgemäß nicht nur die körperliche Fitness. Deshalb sollte man nicht gleich seine fahrerischen Grenzen auslotet wollen, sondern sich auf vertrauten Straßen mit ausgiebigen Touren langsam mit Verkehr, Bike und Technik wieder vertraut machen.

Bei der Wahl des passenden Motorrades gilt es ebenfalls, sein Alter ins Kalkül zu ziehen. „Falls noch ein Bike in der Garage parkt, sollte man selbstkritisch überlegen, ob die Maschine noch die richtige Wahl ist“, rät der TÜV SÜD-Fachmann. Im Fachhandel bietet sich eine gute Übersicht, was Stand der Technik ist und für einen Wiedereinstieg passt. „Man sollte sich genau fragen, was möchte man, was ist wichtig, welcher Motorradtyp eignet sich für mein Gefühl und meine Vorstellungen“, empfiehlt Lebherz. Für Wiedereinsteiger besonders bewährt haben sich sogenannte Allrounder. Sie kombinieren die Eigenschaften eines Tourenrades mit denen einer Sportmaschine und bieten entsprechenden Fahrspaß.

Selbstkritik ist ebenfalls bei der Schutzkleidung angebracht, die im Laufe der Entwicklung immer besser geworden ist. Deshalb warnt der TÜV SÜD-Fachmann vor falschem Sparsinn. Schuhe, Kombi oder Helm, alle Materialien altern. Zudem ist ein Helmtausch nach rund fünf Jahren immer eine gute Investition in die eigene Sicherheit und zum Schutz des Körpers, insbesondere von Nacken und Wirbelsäule, bieten neue technische Errungenschaften wie etwa Airbag oder Nackenprotektor einen weitaus besseren Schutz als die alte Lederkombi.

ZWISCHEN LIEBESRAUSCH UND FUTTERSUCHE

26. Juli 2022

„Vor allem nach Wildwechsel-Schildern sollte man dann langsam fahren und auf die Fahrbahnränder achten“, mahnt Lang. Wer statt Tempo 80 nur 60 fährt, verkürzt seinen Anhalteweg um 40 Prozent, also um 34 Meter. „Befinden sich Tiere bereits auf der Fahrbahn, heißt es umsichtig bremsen, abblenden und hupen“, rät Lang. Außerdem sollten Autofahrer stets mit mehreren Tieren aus einem Rudel rechnen - Rehe und Wildschweine kommen selten allein.

Ist es zu einem Unfall gekommen, „Notruf 110 wählen“, rät Eberhard Lang „und die Unfallstelle sichern.“ Die Polizei informiert den Jagdpächter, der sich um das angefahrene Tier kümmert. Sie stellt auch eine Bescheinigung für die Versicherung aus. „Zudem helfen Smartphone-Fotos von der Unfallstelle, Ansprüche auf Schadensersatz zu untermauern“, rät der TÜV SÜD-Experte.

Durchschnittlich alle zwei Minuten kollidiert ein Wildtier mit einem Fahrzeug. Die Gesamtzahl der Wildunfälle liegt bei jährlich 270.000. Dabei werden 2.500 Menschen verletzt, bis zu 20 kommen ums Leben, so Statistiker des ADAC. Insgesamt machen Wildunfälle, also Unfälle bei denen am Fahrzeug Schäden durch Ausweichen oder den Zusammenstoß mit einem Tier (Haarwild) entstehen, etwa fünf Prozent aller Straßenverkehrsunfälle aus. Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) werden jedes Jahr mehr als eine Million Wildtiere bei Unfällen getötet. Aber auch für den menschlichen Unfallbeteiligten kann es fatale Folgen geben.

Der TÜV SÜD-Fachmann rechnet vor: „Schon bei 50 Kilometern pro Stunde (km/h) entwickelt ein 20 Kilogramm schweres Reh ein Aufprallgewicht von knapp einer halben Tonne. Das entspricht dem Gewicht eines Pferdes.“ Besteht das Risiko, den Gegenverkehr zu gefährden, im Straßengraben zu landen oder gar gegen einen Baum zu prallen, sollten Autofahrer keinesfalls versuchen, dem Wild auszuweichen. Was dann passieren kann, ist kaum kalkulierbar.

Dann heißt es, sich um das eigene Auto zu kümmern. Weiterfahren? Kommt auf die Schäden an. Ein Abschleppdienst ist notwendig, wenn Öl oder Kühlwasser austreten. Doch auch nach weniger schweren Kollisionen kann das Fahrzeug nicht mehr verkehrssicher sein, etwa im Dunkeln mit kaputten Scheinwerfern. „Selbst nach Kollisionen mit kleineren Tieren wie Hasen oder Füchsen, wenn oberflächlich gar nichts zu sehen ist, sollte man sein Auto penibel in Augenschein nehmen“, legt der TÜV SÜD-Fachmann Autofahrern ans Herz. Moderne Fahrzeuge sind am Unterboden großflächig mit Kunststoff verkleidet. Diese Platten splittern beim Überrollen, reißen sich los und können anschließend an Reifen oder Fahrwerksteilen scheuern sowie andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Eine Gefährdung liegt ebenfalls vor, wenn die Frontscheibe beschädigt wurde und keine einwandfreie Sicht mehr gegeben ist.

LIEBER EINE NUMMER GRÖSSER

26. Juli 2022

Inhaber des EU-Dokumentes der Klasse B dürfen Reisemobile nur bis 3,5 Tonnen pilotieren. Für schwerere Fahrzeuge gelten die Klassen C oder C1. Besitzer der alten Führerscheinklasse drei dürfen Freizeitmobile bis 7,5 Tonnen lenken. Egal, welche Lizenz man für die Ferienfahrt besitzt, das Gewicht spielt immer eine Rolle. „Das zulässige Gesamtgewicht wird bei einer vierköpfigen Familie samt Gepäck rasch erreicht“, schildert Lang seine Beobachtungen. Wird man erwischt, wird es teuer.

Nicht nur in Corona-Zeiten hinzugekommene Neueinsteiger sollten sich dessen bewusst sein. So wiegt eine Markise etwa 50 Kilogramm zusätzlich, zwei Gasflaschen rund ebenso viel. Deshalb rät der TÜV SÜD-Fachmann, mit dem fertig bepacktem Wohnmobil auf eine Waage (z. B. bei einer Gemeindeeinrichtung) zu fahren und im Falle von Übergewicht das eine oder andere Utensil daheim zu lassen, bis es passt. In den Sommermonaten kontrolliert die Polizei erfahrungsgemäß verstärkt auf den großen Reiserouten und achtet auf die Einhaltung der Gewichte und der Achslasten, so wie sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Kfz-Schein) stehen.

Ein weiteres Problem, für Mobile bis zu 3,5 Tonnen gelten die gleichen Geschwindigkeitsbeschränkungen wie für einen Personenwagen. Für Schwergewichte bis zu 7,5 Tonnen heißt es außerhalb geschlossener Ortschaften Tempo 80, auf Autobahnen und Kraftfahrtstraßen maximal Tempo 100. Auch sonst müssen sich die Fahrer solcher Dickschiffe an die Verkehrszeichen für Brummis halten, etwa Überholverbote oder Mindestabstand und „im Ausland sollte man die landesspezifischen Regelungen kennen“, ergänzt Lang.

Doch nicht nur mit Fahrregeln, sondern auch mit Fahrverhalten des Mietmobils sollte man sich vertraut machen. Deshalb steht vor dem Start in den Urlaub eine gründliche Einweisung durch den Vermieter auf dem Pflichtprogramm. Technische Besonderheiten etwa den sicheren Umgang mit der Gasanlage, die Funktion der Standheizung, das Einpegeln der SAT-Anlage oder das Entleeren der Bordtoilette muss man erst kennenlernen.

Bei der Auswahl eines Vermieters empfehlen sich nahe Offerten. „Schließlich muss man entweder mit dem eigenen Pkw das Urlaubsgepäck heranschaffen oder mit dem abgeholten Reisemobil die heimatliche Wohnung zum Beladen ansteuern“, gibt Lang zu bedenken: „Wie auch immer, das kostet Zeit.“ Ein Wohnmobil ist nicht im Handumdrehen be- oder entladen. Kommerzielle Anbieter sind in aller Regel teurer als private, bieten aber dafür mehr Service, etwa im Pannenfall. Bei privaten Anbietern sollte man unbedingt darauf achten, dass die gewerbliche Vermietung im Versicherungsschein vermerkt ist. Sonst droht im Fall des Falles Ärger.

Billig sind gemietete Ferienfahrzeuge auch jenseits des Corona-Booms nicht. Preisvergleiche lohnen allemal. Neben der Miete fallen weitere Kosten an. „In jedem Fall sollte man die Geschäftsbedingungen der Vermieter genau studieren, beispielsweise, wie viele Kilometer täglich enthalten sind, oder welche Serviceleistungen dazugehören, etwa die volle Gasflasche“, empfiehlt Lang und „kräftige Unterschiede gibt es erfahrungsgemäß bei der Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung.“ Mal werden maximal 250 Euro fällig. Es können aber auch 1.000 Euro verlangt werden.

TÜV SÜD ZERTIFIZIERT ERSTMALS WASSERSTOFFVENTIL

22. Juli 2022

„Bisher gibt es keine klar definierten Qualifizierungs- und Prüfvorschriften für Wasserstoffventile in industriellen Anwendungen oder Pipelineanwendungen“, sagt Martin Sekura, Business Development Manager Hydrogen bei TÜV SÜD. „Zugleich stellt das flüchtige Gas hohe Anforderungen an deren Konstruktion und die Werkstoffwahl.“ Der erste Hersteller, der sich bei TÜV SÜD einer freiwilligen Prüfung unterzogen hat, ist Oliver Hydcovalves aus dem Nordwesten Englands. Das Unternehmen entwirft und fertigt Präzisionsventile für H2- und CO2-Anwendungen. Es gehört zur Oliver Valves Gruppe, einem führenden Hersteller für Ventiltechnik der Branchen Öl, Gas und Petrochemie. Das erste zertifizierte Produkt ist ein Kugelventil.

In künftigen Zertifizierungen wird TÜV SÜD die H2-Verträglichkeit der metallischen und nicht-metallischen Werkstoffe der Komponenten untersuchen sowie ihre Funktion und Gasdichtheit. Basis ist eine neue von TÜV SÜD erarbeitete Prüfvorschrift, die auf verschiedenen Normen basiert, u.a. der ISO 15848-1 bezüglich der flüchtigen Emissionen von Industriearmaturen sowie Teilen der ISO 19880-3 bezüglich der Dichtheit von Absperrvorrichtungen. Die Normen wurden entsprechend der bauteilspezifischen Bedingungen und Anforderungen von Wasserstoff ausgelegt.

Das erste Zertifikat wurde von Martin Sekura in Knutsford/England persönlich an Nick Howard übergeben, den Engineering Director von Oliver Hydcovalves. Martin Sekura: „TÜV SÜD bietet damit nicht nur einen praktikablen und realitätsnahen Weg, um stationäre Ventile für die Wasserstoffanwendungen zu qualifizieren. Mit unserer Expertise unterstützen wir auch die Transformation von Unternehmen und die Dekarbonisierung der Wirtschaft.“

TÜV SÜD hatte zuletzt neue Prüfzeichen für Brennstoffzellensysteme und H2-Komponenten vorgestellt. Wasserstoff ersetzt nicht nur in der Energieversorgung zunehmend fossile Energieträger. Die chemische und petrochemische Industrie nutzt ihn, um Stickstoffdünger und synthetische Kraftstoffe herzustellen oder Mineralöl zu raffinieren. In der produzierenden Industrie betrifft das schwer elektrifizierbare Prozesse wie die Produktion von Stahl oder Ammoniak. Ventile dienen zur Absperrung und Steuerung der Durchflussmenge oder -richtung von Flüssigkeiten und Gasen. Sie fallen unter den Oberbegriff der Absperrarmaturen, zu denen auch Kugelhähne oder Schieber zählen.

Weitere Informationen:

www.tuvsud.com/de-de/branchen/energie/erneuerbare-energien/energiezertifizierung/gruener-wasserstoff-zertifizierung

www.tuvsud.com/de-de/branchen/mobilitaet-und-automotive/automotive/pruefloesungen-und-compliance-services/wasserstoffpruefung

www.tuvsud.com/de-de/presse-und-medien/2022/juni/neue-pruefzeichen-fuer-brennstoffzellensysteme-und-h2-systemkomponenten

www.tuvsud.com/de-de/presse-und-medien/2022/maerz/hochmodernes-wasserstoff-prueflabor-eroeffnet

TIERBEDARF: MIT TÜV SÜD AUF DER SICHEREN SEITE

21. Juli 2022

„Die Prüfung von Tierbedarfsprodukten ist grundsätzlich freiwillig. Im Rahmen der Zertifizierung wird bestimmt, ob das Produkt für Tier und Tierhalter geeignet ist, die Handhabung sicher ist und ob Grenzwerte für bestimmte Schadstoffe eingehalten werden“, erklärt Claudia Herzog. Der Schwerpunkt von TÜV SÜD liegt auf dem Heimtierbedarf und umfasst eine große Bandbreite von Hundeleinen bis Nagerhäusern. Dabei setzt TÜV SÜD nicht nur auf die eigene Expertise bei Produktprüfungen, sondern arbeitet eng mit der Interessengemeinschaft angewandter Tierschutz (IGAT) zusammen.
 

BESONDERHEITEN BEI DER PRÜFUNG DURCH TÜV SÜD

Nicht erst seit Corona ist Tierbedarf ein Wachstumsmarkt in Deutschland. Claudia Herzog weiß: „Tierhalter investieren immer mehr Geld in Spielzeug und anderes nicht zwingend notwendiges Zubehör. Das lockt natürlich auch schwarze Schafe an, die minderwertige Qualität auf den Markt bringen. So sind zum Beispiel schädliche und hierzulande verbotene Chemikalien in vielen Importen ein Problem. Gesundheitsschädliche Zusatzstoffe oder Materialien spüren wir bei unseren Prüfungen natürlich auf.“

Die Experten von IGAT bringen ihr Know-how ein, wenn es unter anderem darum geht, ob ein Kauspielzeug für Hunde zu klein ist und verschluckt werden könnte. „Sie haben uns dabei auch für ein neues Problem sensibilisiert“, so die Expertin weiter. „Hundespielzeug ähnelt optisch immer mehr Kinderspielzeug. Tieren wie auch Kleinkindern fällt die Unterscheidung schwer, so dass sich einerseits Hunde zunehmend an Stofftieren der Menschen vergreifen, andererseits aber auch Krabbelkinder häufig mit Tierbedarf spielen und das Spielzeug in den Mund nehmen. Damit kommt unseren Sicherheitsprüfungen nochmal eine größere Bedeutung zu.“
 

WORAUF TIERBESITZER BEIM KAUF ACHTEN SOLLTEN

Ein Anhaltspunkt für die Kaufentscheidung bei Tierbedarf ist das blaue Oktagon von TÜV SÜD, das zahlreiche Produkte für Heimtiere inzwischen tragen. „Da der Hersteller sich der Prüfung durch TÜV SÜD grundsätzlich freiwillig stellt, können wir für unsere Prüfsiegel strengere Richtlinien als der Gesetzgeber anlegen“, erläutert Claudia Herzog. Welche Aspekte im Einzelnen durch den TÜV SÜD zertifiziert wurden, erkennt der Verbraucher an eindeutigen Ergänzungen direkt auf dem bekannten blauen Oktagon. Folgende Ergänzungen sind möglich:

„Tiergerecht“
Hierbei wird überprüft, ob das Produkt geeignet ist, die Bedürfnisse des Tiers zu erfüllen. Dazu zählen sowohl Anforderungen an die Sicherheit (mechanisch, elektrisch, verwendete Materialien) als auch, ob sie die Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit, auch hinsichtlich tierischen Verhaltens erfüllen. Die Prüfung der Gebrauchstauglichkeit wird in Zusammenarbeit mit IGAT primär auf Basis des Tierschutzgesetzes (TierSchG) vorgenommen. Tierquälerische Artikel – wie etwa in manchen Ländern immer noch gebräuchliche Stachelhalsbänder und zu kleine Kaninchenkäfige für die nicht artgemäße Einzeltierhaltung – erhalten dieses Prüfsiegel nicht.

„Haltergerecht“
Neben den Anforderungen an die Sicherheit wird bei der Prüfzeichenaussage „haltergerecht“ zudem überprüft, ob das Produkt für den Tierhalter in der Verwendung (Montage, Pflege, Warnhinweise, Anleitung, Entsorgung usw.) umgangs- und gebrauchstauglich ist.

„Schadstoffgeprüft“
Um die Aussage „schadstoffgeprüft“ verwenden zu können, wurde das Produkt durch TÜV SÜD auf Schadstoffe hin untersucht und hat dabei die entsprechenden Grenzwerte eingehalten bzw. unterschritten. Auch die Verwendung natürlicher Materialien ist nicht grundsätzlich frei von schädigenden Chemikalien für den Einsatz in der Tierhaltung. Grundlage sind gesetzliche Anforderungen, die durch TÜV SÜD zum Teil verschärft wurden sowie produktspezifische chemische Anforderungen aus dem TÜV SÜD-Prüfprogramm. Diese sind auf dem entsprechenden Zertifikat ausgewiesen.

„Sicherheit geprüft“
Der bekannte Klassiker: Dieses Prüfzeichen auf freiwilliger Basis bedeutet, dass das Produkt durch die unabhängige Sachverständigenorganisation TÜV SÜD Product Service auf die grundlegenden technischen Sicherheitsanforderungen hin überprüft und zertifiziert wurde.

„Produktion überwacht“
Die Aussage „Produktion überwacht“ ist auf den meisten TÜV SÜD-Prüfzeichen zu finden: Hier wird kontrolliert, ob der Hersteller in der Lage ist, die Produkte in Serie gemäß den erforderlichen Sicherheits- und Qualitätsstandards zu produzieren und über ein ausreichendes Qualitätswesen inklusive Endproduktprüfung verfügt.

Im wachsenden Markt der Tierbedarfsprodukte kann auch die gründlichste Zertifizierung die Beurteilung durch die Tierbesitzer nicht gänzlich ersetzen. Man sollte sich daher vor einem Kauf gründlich überlegen, ob das Produkt zum Haustier, der Wohnungssituation und den eigenen Anforderungen passt.

Weitere Informationen gibt es unter https://www.tuvsud.com/de-de/dienstleistungen/produktpruefung-und-produktzertifizierung/zertifikatsdatenbank/z2-269-ppp74005-tierzubehoer.

TÜV SÜD: Autonomes Fahren im urbanen Bereich

18. Juli 2022

Eigentlich gäbe es unendlich viele zu überprüfende Szenarien mit kritischen Situationen im Straßenverkehr. Weil man die aber niemals in realen Tests prüfen kann, setzen die Experten auf Simulation. Aber wie macht man das? Wie kann man herausfinden, welche Situationen davon wirklich kritisch sind? Klar ist: Alle Situationen wird man auch durch Simulation nicht prüfen können. Dazu kommt, dass jeder einzelne Fall durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst wird. Hauptaufgabe der Experten ist es daher, aus dem offenen Situationskomplex der realen Verkehrswelt die wirklich kritischen Phänomene herauszufiltern. Dazu Emmeram Klotz, Leiter Test und Validierung in der Businessline Highly Automated Driving bei TÜV SÜD: „Unsere Experten bei VVMethoden arbeiten hier an Methoden, mit denen bestimmt werden kann, wie kritisch bestimmte Faktoren einer Verkehrssituation sind. Zur Validierung fließen dann die Ergebnisse in die Weiterentwicklung von Simulationswerkzeugen mit ein.“ Projektleiter Tuan Duong Quang ergänzt: „Reale Tests werden so durch virtuelle ergänzt und teilweise ersetzt.“

Gearbeitet wird dabei mit openPASS, einer Open Source-Simulationsplattform, bei der sich TÜV SÜD um das Produktmanagement kümmert. OpenPASS ist ein transparentes und unter den Industriepartnern Bosch, Mercedes-Benz AG, BMW Group, VW, ITK Engineering GmbH und Toyota harmonisiertes Simulationswerkzeug für die virtuelle Bewertung von automatisierten Fahrsystemen. Tuan Duong Quang zu seiner Arbeit: „In meiner Position bei openPASS habe ich hervorragende Einsichten in das System und kann das Werkzeug optimal für unsere Aufgaben in VVMethoden anpassen, die Validität als Prüfmethode bis hin zur Homologation gewährleisten und für die Simulation nutzen.“

Simulation – wie funktioniert das?
Zurück zum Hindernis und dem Fahrradfahrer. Die Kernfrage: Welche Faktoren beeinflussen wie stark die Kritikalität einer Verkehrssituation? Das Szenario: Ein Fahrradfahrer wird von einem parkenden Auto verdeckt. Der virtuelle Versuchsaufbau: Faktoren, die beispielsweise die Verkehrssituation gefährlich machen und daher als kritisch eingestuft werden, sind Position und Geschwindigkeit des herannahenden Fahrzeugs, Position und Größe des geparkten Fahrzeugs und Position und Geschwindigkeit des von rechts kommenden Fahrrads.

TÜV SÜD-Experten ermitteln nun die einzelnen Einflussfaktoren für die Verdeckung des Radfahrers. Dazu werden anhand von stochastisch ermittelten Werten in der Simulation kleine Schritte verändert: das herannahende automatisierte Fahrzeug einen halben Meter nach vorn, der Fahrradfahrer entsprechend 20 Zentimeter – zum Beispiel. Die tatsächliche Größe des parkenden Fahrzeugs bleibt zwar gleich, hinsichtlich der Sichtachse zwischen automatisiertem Pkw und Radfahrer verändert sie sich aber.

Daraus ergibt sich, dass diese – typisch urbane – Verkehrssituation in einem Moment noch nicht kritisch ist, weil das automatisierte Fahrzeug den Radler wahrnimmt und ausreichend Zeit bleibt, darauf zu reagieren. Wird das parkende Fahrzeug aber „größer“ und verdeckt die Sichtachse zwischen den Verkehrsteilnehmern, wird die Situation kritischer – Stück für Stück.

Resümee von Emmeram Klotz: „Schon im Pegasus-Projekt haben wir intensiv an neuen Methoden für die Absicherung automatisierter Fahrfunktionen erfolgreich mitgearbeitet – als einzige neutrale Prüfgesellschaft. Mit VVMethoden schaffen wir jetzt den Sprung ins urbane Umfeld. Das heißt, es gibt eine Vielzahl von weiteren einzuschätzenden Situationen. TÜV SÜD ist hier maßgeblich daran beteiligt, die Relevanz gefährlicher Faktoren zu verstehen. Dadurch kann die Zahl der für die Typgenehmigung nötigen Tests reduziert und die Simulation als valide und effiziente Prüfmethode etabliert werden.“

VVMethoden – was ist das?
Forschung, Industrie und Behörden zusammenbringen, um die Grundlagen für die schnelle Entwicklung autonomer Fahrzeuge zu schaffen – das war die Idee des Vorgängerprojektes Pegasus. Die Konsortialpartner haben hier seit 2016 daran gearbeitet, allgemein akzeptierte Methoden und Werkzeuge für die Absicherung hochautomatisierter Fahrzeugfunktionen – zunächst bis SAE-Level 3 – zu erarbeiten. Daraus haben sich seit 2019 zwei Folgeprojekte ergeben, eines davon ist VVMethoden. Mit VVMethoden schaffen die Partner den Sprung auf SAE-Level 4 und 5. Auch hier ist es das Ziel, Methoden und Werkzeuge für die Homologation hochautomatisierter Fahrzeuge zu schaffen – jetzt im urbanen Raum.

Das Halbzeitevent von VVMethoden fand Mitte März statt und ist für jedermann freizugänglich. Die Videostreams der einzelnen Präsentationen können unter https://www.vvm-projekt.de/midterm-event/videos eingesehen werden.

Sparsam mit dem Wohnmobil

27. Juni 2022

Mit zunehmendem Tempo wächst der Luftwiderstand – und zwar quadratisch zur Geschwindigkeit. Das bedeutet: Der Dieseldurst steigt rasant an. „Deshalb lieber etwas gemächlicher fahren“, legt der TÜV SÜD-Fachmann Wohnmobilchauffeuren ans Herz: „Im Verkehr mitschwimmen, man muss nicht gleich zum Überholen ansetzen, nur weil der Vorausfahrende einen Tick langsamer unterwegs ist als man selbst.“

Hochtouriges Fahren treibt ebenfalls den Verbrauch in die Höhe. Deshalb lieber früher schalten.
Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe empfiehlt es sich, einen Modus zu wählen, bei dem möglichst früh geschaltet wird. Auf Autobahnen und Schnellstraßen mit wenig Verkehr minimiert der Tempomat den Verbrauch, denn er zügelt unnötiges Beschleunigen. Eine Gepäckbox oder Sportgeräte auf dem Dach mitzuführen, erscheint manchmal unumgänglich. Aber auch das treibt den Luftwiderstand und damit den Verbrauch in die Höhe. Besser also Box oder Bike innen oder am Heck transportieren.

„Ein vielfach unterschätzter Verbrauchsfaktor ist falscher Reifendruck“, gibt Eberhard Lang zu bedenken. Meist ist zu wenig Druck im Reifen. Das mindert nicht nur die Tragfähigkeit des Reifens, sondern erhöht den Rollwiderstand und damit den Verbrauch, deshalb den Reifendruck regelmäßig prüfen und richtig einstellen.

Bei Fahrten quer über Ländergrenzen hinweg lohnt es sich auf jeden Fall, dort zu tanken, wo der Kraftstoff günstig ist. Außerdem sollte bedacht werden, dass der Sprit auf der Autobahn meist teurer ist als daneben. Die Tankstelle sollte aber nicht zu weit entfernt von der eigentlichen Route liegen. Denn der Weg dorthin kostet schließlich auch Kraftstoff. „Spritpreis-Apps können dabei helfen“, weiß der TÜV SÜD-Fachmann, „grundsätzlich gilt, je mehr man nachtanken kann und je größer der Preisunterschied ist, desto längere Umwege lohnen sich. Ein hohes Preisniveau oder ein hoher Treibstoffverbrauch lassen dagegen die Fahrtkosten steigen und machen den Umweg zur günstigeren Tankstelle unattraktiver. „Viele unterschätzen die entstehenden Kosten pro gefahrenem Kilometer“, so Lang. 20 Kilometer hin zur Billigtanke und 20 Kilometer zurück, kosten bei einem Literpreis von 2 Euro und einem Verbrauch von 10 Litern pro 100 Kilometer acht Euro reine Spritkosten.

Ältere Fahrer sind fein raus

27. Juni 2022

„Die Lizenz zur Ferienfahrt hängt von drei Faktoren ab“, erläutert Marcellus Kaup: „Erstens vom Gewicht des Reisefahrzeugs. Zweitens von der vorliegenden Fahrerlaubnis und dem Datum, an dem sie erteilt wurde. Liegt das zulässige Gesamtgewicht (zGG) des Wohnmobils bei weniger als 3,5 Tonnen (die Angabe findet sich in der Zulassungsbescheinigung I in Zeile F.1, im Fahrzeugschein unter Punkt 15), ist die Frage nach der passenden Fahrerlaubnis rasch geklärt. Für solche Fahrzeuge reicht ein Führerschein der Klasse B, unabhängig davon, wann dieser erworben wurde.“

Für Wohnmobile mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wird die Frage nach dem Führerschein komplizierter, denn nun ist das Jahr entscheidend, in dem die Fahrlizenz ausgestellt wurde. „Wer die Fahrerlaubnis nach 1999 erhalten hat, benötigt für ein Wohnmobil mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht einen Lkw-Führerschein der Klasse C1. Mit dieser Fahrerlaubnis dürfen Reisemobile mit bis zu 7,5 Tonnen plus einem Anhänger mit bis zu 750 Kilogramm Gesamtgewicht bewegt werden“, so der TÜV SÜD-Fachmann. Wer ein Gespann, also Wohnmobil samt Anhänger, steuern möchte, dessen Gesamtgewicht unter 4,25 Tonnen liegt, für den reicht der Erweiterungsführerschein B96. Diese Fahrerlaubnis bekommt man nach einem eintägigen Kurs in einer Fahrschule samt einem Theorie- und einem Praxisteil. Eine Fahrprüfung muss dabei nicht abgelegt werden.

Wurde die Fahrerlaubnis vor 1999 erworben, ist man fein raus, denn dann besitzt man einen Führerschein der ehemaligen Klasse 3. Mit dem dürfen Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen gefahren werden. Zudem dürfen mit diesem Führerschein Gespanne (Wohnmobil plus Wohnwagen oder Anhänger) mit einem Gesamtgewicht bis zu 18,75 Tonnen gefahren werden. Diese Regelung greift aber nur, wenn der Fahrer maximal 50 Jahre alt ist. Wichtig ist, dass bei der Umstellung eines derartigen Führerscheins die Schlüsselzahl CE79 in Spalte 12 zur Klasse CE eingetragen wird, ergänzt der TÜV SÜD-Fachmann seine Übersicht über das Regelwerk.

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